KONZERTE

Die nächsten Konzerte mit dem Kammerchor Seftigen und Patrick Secchiari


Beethoven pur

Samstag, 12. September 2020, 19:30h, Westhalle Thun

Sonntag, 13. September 2020, 17:00h, Casino Bern


Leticia Kahraman, Sopran

Selina Batliner, Sopran

Anna Nero, Alt

Michael Mogl, Tenor

Moritz Achermann, Tenor

Erwin Hurni, Bass

Martin Klopfenstein, Klavier

Kammerchor Seftigen

Orchester OPUS Bern

Patrick Secchiari, Dirigent

 

PROGRAMM

Ludwig van Beethoven

- Messe für Soli, Chor und Orchester in C-Dur, op. 86

- Rondo für Klavier und Orchester in B-Dur, WoO 6

- Elegischer Gesang für Chor und Streicher, op. 118

- Fantasie für Klavier, Soli, Chor und Orchester in c-Moll, op. 80

 

Zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens wird der Kammerchor Seftigen am 12. und 13. September in Thun und Bern sein jährliches Konzert ganz dem grossen Komponisten widmen. Neben der Messe in C-Dur werden auch das Rondo in B-Dur, der Elegische Gesang und abschliessend die Chorfantasie aufgeführt. 6 Gesangssolisten, der Pianist Martin Klopfenstein, das Orchester OPUS und der Kammerchor Seftigen stehen unter der Leitung des längjährigen Dirigenten Patrick Secchiari, was ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten und natürlich vor allem für das Publikum werden soll.

 

 

Vorverkauf

Ab 3. August 2020



„Von meiner Messe glaube ich, dass ich den Text behandelt habe, wie er noch wenig behandelt worden“. Diese Selbsteinschätzung seines Werkes äusserte Ludwig van Beethoven 1808 in einem Brief an seinen Verleger. Damit wird deutlich, dass Beethoven mit der Messe C-Dur die liturgische Form der Vertonung des Messetextes weit hinter sich gelassen und den Weg zu einer bekenntnishaften, allgemein ethisch religiösen Ausdruckswelt auch in seiner Kirchenmusik eingeschlagen hatte. Beethoven war Zeit seines Lebens auch an politischen Themen interessiert und übertrug die neue Individualität bekanntermassen auf seine Komposition. Im Zuge dieser Empfindsamkeit nahm er die Auslegung des Messetextes sehr ernst und stellte die Musik in deren Dienst. Vokale und instrumentale Elemente sollten an der musikalischen Entwicklung teilnehmen und das Wort ins Zentrum stellen. So verlieh Beethoven jeder Textstelle durch teilweise extreme Wechsel in Tempo, Dynamik und Harmonik ihren ganz eigenen Charakter. Auch wenn die C-Dur Messe etwas im Schatten der monumentalen Missa Solemnis steht, so ist sie doch vom ersten bis zum letzten Ton echtester und kühnster Beethoven!

Das Rondo für Klavier und Orchester in B-Dur wurde zwischen 1794 und 1795 komponiert und war ursprünglich als letzter Satz für sein zweites Klavierkonzert gedacht. Die Komposition besteht aus einem einzigen Multitempo-Satz, beginnt heiter und beschwingt, lässt es im Mittelteil etwas ruhiger angehen und zeigt sich im Schlussteil von seiner dynamischen, packenden Seite. Das Manuskript wurde erst nach dem Tod des Komponisten gefunden. Beethovens Schüler Carl Czerny vollendete den Solopart und liess ihn 1829 vom Verleger Anton Diabelli veröffentlichen.

Mit seinem Elegischen Gesang gedenkt Beethoven der sehr jung verstorbenen zweiten Ehefrau seines langjährigen Freundes und Gönners Johann Baptist Freiherr von Pasqualati zu Osterberg, in dessen Haus er von 1804 bis 1814, mit Unterbrechungen, wohnte. Den Text von Ignaz Franz Castelli vertonte Beethoven im Sommer 1814. Das kurze Werk weist eine ruhige und getragene Grundstimmung auf, die durch kurze dramatische Höhepunkte akzentuiert wird.

Die Fantasie für Klavier, Chor und Orchester entstand 1808 als effektvolles Abschlussstück für Beethovens legendäre Akademie im «Theater an der Wien». Den Klavierpart improvisierte der Komponist während der Uraufführung selbst. Die Chorfantasie ist als ein Variationenwerk zu verstehen. Nach einer Einführung mit Soloklavier folgt der Mittelteil, wobei das virtuose Klavier vom Orchester begleitet wird. Erst im Schlussteil wird der Chor als letzte Steigerung eingeführt. Das gleichermassen eingängige wie wirkungsvolle Werk endet mit einer für Beethoven typischen Presto-Stretta in strahlendem C-Dur.


Leticia Kahraman, Sopran

Leticia Kahraman begann nach der Matura mit dem Gesangsstudium an der Hochschule der Künste Bern bei Prof. Marianne Kohler-Bouyer und schloss 2010 ihren Bachelor of Arts in Music ab. Ihr Studium setzte sie mit dem Master of Arts in Music Performance an der Hochschule der Künste Bern bei Mireille Delunsch und Thierry Gregoire fort und schloss diesen im Oktober 2012 erfolgreich ab. Zudem war sie 2010 bis 2012 Mitglied des Schweizer Opernstudios in Biel. Sie besuchte Meisterkurse bei Noëmi Nadelmann, Heidi Brunner, Angelika Kirchschlager, Mireille Delunsch, Tatiana Korsunskaya, Christian Hilz, Krisztina Làki, Janice Alder, Jonathan Alder, Prof.Gerd Uecker, Michalis Doukakis und Cheryl Studer. Sie ist Preisträgerin der Friedl Wald-Stiftung 2010, des Thuner Kulturförderpreises 2011, Halbfinalistin des Concours Suisse Ernst Haefliger 2012, Preisträgerin des Studienpreises des Migros-Kulturprozent 2012/2013 und Preisträgerin der Kaminsky Foundation 2016. Zudem pflegt sie eine rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland.

www.leticiakahraman.ch


Selina Batliner, Sopran

Die Sopranistin Selina Maria Batliner wuchs in einer Musikerfamilie auf und wurde schon früh in Querflöte und Klavier unterrichtet, bevor sie dann ihre Berufung im Gesang fand. Sie absolvierte ihr Bachelorstudium an der Hochschule der Künste Bern in der Gesangsklasse von Prof. Hans Peter Blochwitz, welches sie im Juni 2015 mit Auszeichnung abschloss. Ihren Master of Arts in Pedagogy bei Prof. Malin Hartelius hat sie im Mai 2019 mit Auszeichnung abgeschlossen. Selina Batliner war 2013 Stipendiatin der Friedl Wald Stiftung und hat verschiedene Meisterkurse von u.a. Capucine Chiaudani, Hans Peter Blochwitz und Tatiana Korsunskaya besucht. 2018 durfte sie im Rahmen des Orchesterprojektes unter der Leitung von Graziella Contratto Lieder aus «Des Knaben Wunderhorn» von Gustav Mahler aufführen und im Radiostudio des SRF Zürich aufnehmen. Zurzeit ist sie Teil von verschiedenen Kammermusikprojekten und arbeitet auch mit Komponisten der zeitgenössischen Musik zusammen. Ihr Repertoire beinhaltet Lieder und Arien von der Renaissance bis in die Moderne, mit einem Schwerpunkt in der Romantik und den Liedern um und nach der Jahrhundertwende. Dabei interessiert sie sich auch für Crossover-Projekte und andere Musikstile. 


Anna Nero, Alt

Die Schweizer Mezzosopranistin Anna Nero mit Lebensmittelpunkt in Zürich absolvierte ihr Gesangsstudium an der Hochschule Luzern bei Peter Brechbühler. Sie ist Preisträgerin der Elvira Lüthi-Wegmann Stiftung, des Migros-Kulturprozent und letztjährige Stipendiatin der Richard Wagner Gesellschaft (Bayreuth). Seit ihrem Abschluss (Master in Performance) wird Anna Nero von der bulgarischen Sopranistin Vili Gospodiva betreut. Ihre Ausbildung ergänzte sie durch Meisterkurse bei Ton Koopman, Brigitte Fassbaender und Margreet Honig. Anna Nero hat ein sehr breitgefächertes Konzertrepertoire. Sie beschäftigt sich sowohl mit dem Lied und Oratorium als auch mit der Musik der Moderne. Als Konzertsängerin wirkte sie zum Beispiel in Pergolesis «Stabat Mater» (Beromünster) und Händels «Messiah» (Zürich) mit. Immer wieder organisiert Anna Nero auch eigene klassische Konzerte. Es ist ihr ein Anliegen jungen Leuten einen Kontakt zu klassischer Musik zu verschaffen und sie dafür zu begeistern. Aus diesem Grund ist sie Gründungsmitglied des Colléctif Visionnaire, welches es sich zum Ziel gesetzt hat mit Werken für Gesang und Streichquartett sowie improvisierter Musik urbane Räume zu bespielen.

annanero.ch


Michael Mogl, Tenor

Der Tenor Michael Mogl erhielt seine erste musikalische Ausbildung bei den Regensburger Dom­spatzen. Danach studierte er an den Hochschulen in Köln und Zürich, wo er sein Studium mit Auszeichnung abschloss. Der junge Tenor kann eine rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland vorweisen und arbeitete mit renommierten Orchestern und Dirigenten zusammen. Sein weit gefächertes Repertoire reicht von Monteverdi über Mozart bis hin zur zeitgenössischen Musik. Darunter Werke, wie C. Monteverdis Marienvesper, Kantaten und Oratorien von J.S. Bach, Händels Messias, das Requiem von Mozart, die Schöpfung von Joseph Haydn, Felix Mendelssohn-Bartholdys Paulus und Elias und Rossinis Petite messe solennelle. Dem vielseitigen Sänger liegt auch die Oper am Herzen. So sang er beispielsweise den Tamino in Mozarts «Zauberflöte», den Contino Belfiore in der Mozartoper «La finta giardiniera» oder den Orpheus in Harrison Birtwistles «The Corridor». Erst kürzlich war er als Bettelstudent in der gleichnamigen Operette von Carl Millöcker zu erleben. Zudem gestaltet der Tenor auch Liederabende und solistische Konzertprogramme mit unterschiedlichen thematischen und musikalischen Schwerpunkten. Seine Partner sind unter anderem der Pianist Edward Rushton oder das Stradivari Quartett.

michael-mogl.de


Moritz Achermann, Tenor

Moritz Achermann (*1991) studierte Musikwissenschaft und Germanistik an der Universität Bern bevor er 2016 in die Gesangsklasse von Kai Wessel an der Hochschule der Künste Bern eintrat und im Sommer 2019 seinen Bachelor abschloss. Momentan absolviert er sein Masterstudium beim Bariton Christian Hilz und studiert Komposition bei Christian Henking. Moritz Achermann arbeitet als Chorleiter, Theatermusiker und Komponist und schreibt Texte für Musikfestivals und Konzertveranstalter. Er erhielt Kompositionsaufträge für das Barockensemble Il dolcimelo, das Vokalensemble Belcanto, das Jugendorchester Köniz, das orchestra giovane und das Kammerorchester musica movendi. Seit 2019 ist er Dramaturg des Barockensembles die Freitagsakademie. Er ist Co-Leiter der Theatergruppe des Gymnasiums Neufeld und war als Musiker in Theaterproduktionen am Stadttheater Bern, am Theater Biel-Solothurn und in der freien Szene engagiert. Moritz Achermann dirigiert das von ihm gegründete Vokalensemble Suppléments musicaux, mit dem er 2014 den Jugendpreis der Burgergemeinde Bern gewann, den Chor Laltracosa, den Berner Generationenchor, das Kammerorchester Campo fiorente und betätigt sich als Sänger, DJ und Performer.


Erwin Hurni, Bass

Der Berner Bariton Erwin Hurni studierte an der Hochschule der Künste in Bern in der Klasse von Elisabeth Glauser und am schweizerischen Opernstudio in Biel. Dort sang er die Rolle des Roi Pausole in Honeggers «Les aventures du Roi Pausole» und den Papageno in Mozarts Zauberflöte. Ergänzend zum Studium besuchte er diverse Meisterkurse (z.B. bei Kristina Laki, Joyce McLane, Cornelia Kallisch und Lani Poulson), die ihn unter anderem an die Akademia Muzyczna Chopina in Warschau führten. Unter Vojtech Spurny (Staatsoper Prag) und Simone Luti (Scala Milano) debütierte Erwin Hurni 2006 in Locarno als Nardo in Mozarts «La finta gardiniera». Am Wettbewerb der «Gesellschaft zur Förderung junger begabter SängerInnen e.V. Passau» 2006 ersang sich Erwin Hurni die Hauptrolle des Jean-Baptiste in der Uraufführung der Operette «Der Kaiser im Rottal» von Christian Auer am Haus Eggenfelden, Bayern. Seither sang er auch an den Häusern Biel/Solothurn, dem Stadttheater Bern und dank seinem komödiantischen Talent an vielen Operettenbühnen. Erwin Hurnis breit gefächertes Konzertrepertoire reicht von Josquin Desprez über J. S. Bachs Solokantate «Ich habe genug», Rossinis «Petite Messe solennelle» und seiner viel beachteten Interpretation von Brahms «Ein deutsches Requiem» bis Mikis Theodorakis’ Requiem und Arthur Schnittke (Der gelbe Klang). Stationen seiner Konzerttätigkeit waren beispielsweise das Zentrum Paul Klee, das Casino Bern und die Tonhalle in Zürich, l'église Notre-Dame de la Paix Mâcon, die Cityhall von Bangkok und die St. Georges Church Auckland.


Martin Klopfenstein, Klavier

Der Pianist Martin Klopfenstein absolvierte seine musikalische Ausbildung am Konservatorium Bern in der Klasse von Erika Radermacher (Lehrdiplom), sowie an der Manhattan School of Music in New York bei Nina Svetlanova und Mark Pakman (Master of Music). Weitere Studien bei Kristina Steinegger, Hubert Harry, Konstantin Scherbakov und Edna Golandsky. Wichtige Impulse erhielt er als aktiver Teilnehmer an internationalen Meisterkursen in Bern, Verbier, Piešťany (Slowakei) und Cleveland (USA) bei Tatjana Nikolajewa, Peter Frankl, Claude Frank, Lazar Berman und Sergei Babayan. Martin Klopfenstein ist Preisträger von diversen Studienpreisen und Stipendien (Migros-Genossenschafts-Bund, Ernst Göhner Stiftung, Kiefer Hablitzel Stiftung, La Suisse Assurances und Concours Piano 80 in Winterthur). In vielseitiger Tätigkeit als Solist, Kammermusiker und Begleiter ist er in zahlreichen Ländern Europas und den USA aufgetreten. Martin Klopfenstein unterrichtet an der Musikschule Region Thun.


Patrick Secchiari, Dirigent

Patrick Secchiari ist passionierter Chordirigent und führt in der ganzen Schweiz vielbeachtete und unkonventionelle Konzerte auf. Flashmobs, Mitsingevents, szenische Baustellenkonzerte und offenes Singen gehören ebenso zu seinem Wirkungsfeld wie Engagements an Theatern und Festivals.

Gegenwärtig leitet er die Kammerchöre in Seftigen und Herzogenbuchsee sowie sein selbst gegründetes Vokalensemble ardent. Er unterrichtet Chordirigieren an der Hochschule der Künste Bern und ist verantwortlich für die Expertenausbildung der Schweizer Chorvereinigung SCV. Er präsidiert die Schweizer Föderation Europa Cantat SFEC sowie den Schweizer Jugendchor.

Patrick Secchiari studierte an den Musikhochschulen Fribourg und Bern und besuchte aktiv internationale Meisterkurse bei Simon Halsey (Rundfunkchor Berlin), Frieder Bernius und Ralf Weikert.

www.secchiari.ch


Orchester OPUS Bern

Das Orchester OPUS Bern wurde 1996 gegründet und hat sich inzwischen zu einem herausragenden Klangkörper aus rund 60 Berufsmusikerinnen und Berufsmusikern formiert. Zahlreiche Konzerte in der ganzen Schweiz führten zu grossen Erfolgen. So unter anderem am Menuhin-Festival Gstaad und am Theater Winterthur. Die musikalische Heimat ist aber nach wie vor die Bundesstadt Bern.

Das Repertoire reicht vom Barock bis zur Moderne. Ein besonderer Schwerpunkt bildet die sinfonische Chorliteratur. Neben dem klassischen Repertoire hat das Orchester OPUS Bern aber auch zahlreiche Uraufführungen einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Durch seine projektbezogene Arbeit und seine einzigartige Struktur hat sich das Orchester OPUS Bern einen eigenen Platz erspielt. So spielt OPUS regelmässig mit zahlreichen Chören zusammen und wurde zu einem festen Bestandteil des Kulturlebens des Kantons Bern.

www.opus-music.ch


Vorschau

20. - 22. August 2021, Klosterruine Rüeggisberg

O Täler weit, o Höhen